Dienstag, 3. Juli 2012

Capsule Show






Die Fashion Week in Berlin steht in den Startlöchern. Bereits jetzt machen sich alle verrückt - ob
Presse- und Medienleute, Agenturen, Models oder Designer. Aber der ganze Wirbelwind um die
Modenschauen, um die pompösen Events und dekadenten Parties, lenkt desöfteren von dem
eigentlichen Inhalt des Pressespektakels ab: der Mode.

Viele Menschen, die die Mercedes Benz Fashion Week in Berlin besuchen, halten sie für
irrelevant im Vergleich zu den berühmtesten Mode-Metropolen. Paris, New York, Mailand: diese
Namen stehen für einen gewissen Qualitätsanspruch. Dort spricht keiner über Relevanz oder
das Geld, das dafür ausgegeben werden muss. In Berlin, das kann man sogar international
nachvollziehen, muss man wohl die neue Rolle noch ein bisschen einüben.

Allerdings zieht Berlin nicht nur die Kritiker an, sondern wird als verhältnismäßig neuer Standort
in Deutschland für Mode auch von anderen Fashion-Hotspots aufgesucht. Die Bread and Butter
hat sich zu den Zeiten der Fashion Week nicht nur als größte, sondern auch als interessanteste
Modemesse auf dem Tempelhofer Flughafen etabliert. Seit zwei Saisons hat sich eine
weitere Veranstaltung zu der langen Liste gesellt: die Capsule Show, eine Art erfolgreiche
Wanderausstellung, die die Looks ihrer ausgestellten Mode stark mitbestimmt.

Die Capsule Show ist damit auch wieder dieses Jahr für Mode abseits der Haute Couture
am interessantesten. Der Fokus liegt vor allem bei Männermode, ohne die Frauen komplett
auszuschließen. Die Stile sind immer kontemporär und zeigen vor allem einen skandinavischen
Touch durch die Auswahl der Brands: Wood Wood, Norse Projects und viele andere, eher
kleinere Designer und Marken, haben auf der Capsule genau die richtige Umgebung um sich zu
profilieren.

Mittlerweile findet die Capsule aber nicht nur in Berlin und Paris - dort wo sie angefangen hat
- statt, sondern auch in New York und seit neuestem auch in Las Vegas. Las Vegas könnte
sich zu einem “neuen” Berlin mausern. Auch hier handelt es sich um eine Stadt, die sich
mit ihrem Image als Zocker- und Touristenhölle erstmal um die ersten Schritte in Richtung
Mode kümmern muss - und sich entgegen der Medien bewährt. Dabei bietet ja die Stadt die
perfekte Infrastruktur für einen neuen Modestandort: Casinos wie das Venetian haben riesige
Konferenzräume, dort finden nicht nur Pokerturniere statt, sondern eben auch Messen wie die
Capsule Trade Show.

Das Modeimage soll den Städten natürlich helfen, insgesamt zu interessanteren Standorten zu
werden. In Berlin ist das schon geschehen, auch wenn man das in der Fashion-Presse noch
nicht so richtig ernst nehmen wird. Trotzdem ist es auch diese Saison wieder spannend, was
die Organisatoren wieder alles auffahren, um nur einem Spruch gerecht zu werden: hauptsache
auffallen.

Kommentare:

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